Zur Person

Die Anfänge

Jahrgang 1978. Aufgewachsen in Iserlohn an der Grenze zwischen Ruhrgebiet und Sauerland. Mein erster Computer? Das war 1990 ein Commodore C64 mit Datasette und einer 1541 II-Floppy. Ein Geschenk meines Onkels quasi, nachdem ich seinen C64 vorher 2 Jahre lang bei Besuchen gefühlt stundenlang geblockt habe. Ich war von dem Rechner sofort fasziniert.

Meine erste Programmiersprache? Das war kurze Zeit später BASIC V2 auf dem C64. Meine Motivation? Neben den ganzen tollen Spielen, die ich gespielt habe, war ich schon von Anfang an fasziniert von den grafischen Möglichkeiten des C64, obwohl der bereits zu diesem Zeitpunkt seinem Nachfolger Amiga 500 oder höher bei weitem hinterher hing. Vor allem faszinierten mich die grafischen Intros mit viel animierter Grafik und Sound der großen Cracker-Gruppen von Computerspielen zu der Zeit (TRIAD, Fairlight, Eagle Soft, Razor 1911, u.v.a.), die in den 80er Jahren entstanden waren. Nachdem ich die ersten Sprites auf dem Bildschirm gezaubert hatte und mit einem Joystick bewegen konnte, als auch automatische Startmenüs mit einer Oberfläche für "eigene" Spiele-Compilations auf Diskette erstellt und ein paar andere kleine Programme geschrieben hatte, war danach jedoch erstmal Schluss.

1993 kam der erste eigene neue PC ins Haus, ein Intel 386-DX40 mit 4MB RAM und gigantischer 80MB-Festplatte. Anschliessend folgten dann über die Jahre viele weitere PCs. Für Apple und Co. konnte ich mich damals nach wie vor nicht begeistern, es gab einfach zu viel interessantes auf der offenen IBM-Plattform zu entdecken.

Mit dem neuen PC kam auch die Lust am Programmieren wieder. Irgendwann 1994 habe ich dann in einem Kaufhaus diverse CDs in die Finger bekommen, auf welchen unter anderem die Sieger-Demos der damals größten Demoparty Assembly 1993 aus Finnland beinhalteten. Nachdem ich die, heute als absoluten Klassiker, bekannte Demo "Second Reality" von Future Crew gesehen hatte, war es endgültig um mich geschehen. Als ich kurze Zeit später Turbo Pascal 7.0 von einem Freund bekam, lagen an Weihnachten zwei Bücher zu x86 Assembler und Turbo Pascal auf dem Gabentisch. Es konnte endlich losgehen und ich arbeitete mich in Turbo Pascal ein und lernte ein wenig x86-Assembler für Routinen, die schnell sein mussten.

Die Demoszene (1995-1998)

Nach den ersten Programmiererfahrungen begann ich 1995 zwei kleine Artikel für die Zeitschrift DOS-Trend zu schreiben, um meine Kenntnisse bis dato mit der Community zu teilen. Ein Modem für digitale Kommunikation war zu der Zeit für mich als Schüler noch unerschwinglicher Luxus. Auf der Suche nach Kontakt zu Leuten aus der Demo-Szene, stieß ich Mitte 1995 auf den PC-Heimwerker im Zeitschriftenladen. Die Zeitschrift hatte einen deutlichen Kleinanzeigen-Charakter, das der Community zu der Zeit jedoch viele Vorteile bot, weil damit auch Leuten aus der Szene eine Plattform zum Austausch geboten wurde.

Wie es der Zufall so will, hatte in einer der nachfolgenden Ausgaben der spätere Kollege Johannes - mit dem ich kurze Zeit später viel zusammen programmieren sollte - mehrere Tutorials für VGA-Programmierung unter DOS mit Turbo Pascal veröffentlicht und suchte gleichzeitig in einer anderen Rubrik nach weiteren Mitstreitern für die gerade neu gegründete Demogrouppe Diabolic Force. Ich meldete mich sofort zurück und nach ein paar Telefonaten war ich dabei.

Diabolic Force - Hardcore Planet PlasmaNach vielen lehrreichen Monaten in der 2D- und 3D-Programmierung unter MS-DOS und im Aufbau von Softwarestrukturen von 1995 bis Ende 1996, viel Disk-Swapping und intensivem Austausch am Telefon, konnten wir unser erstes Release "Hardcore - Planet Plasma" Ende 1996 fertig stellen. Wir haben es jedoch nie auf einer Demoparty veröffentlicht.

Anfang 1997 stellten wir unsere selbst entwickelte 3D-Engine und die wichtigsten 2D-Effekte von Turbo Pascal nun auf C um. C war einfach schneller. Die 3D-Engine ächzte schon, Hardware-Beschleunigung mit Hilfe von OpenGL oder DirectX waren für uns noch nicht in Sicht. An Ostern 1997 stand die Mekka-Symposium in Fallingbostel vor der Tür - zu der Zeit die größte und wichtigste Demoparty in Deutschland mit über 500 Teilnehmern. Unsere nächsten Projekte waren bereits in der Pipeline. Mit unserem Party-Release "Wak-a-Bill", ein 2D-Spiel, noch geschrieben in Turbo Pascal mit Gravis-Ultra-Sound-Unterstützung, belegten wir auf der Mekka '97 Platz 1 in der Competition "32kByte Games" - dem Spaßfaktor sei Dank wink.

Es kamen noch weitere Demos, Intros und diverse komponierte Soundtracks hinzu, teils mit TOP3-Platzierungen. Natürlich haben wir immer noch bis zum Schluss am Code, am Sound und an der Grafik gefeilt und uns die Nächte um die Ohren geschlagen. Heute würde man sagen, wir hatten ein Start-Up, auch wenn daraus unmittelbar nichts Professionelles wurde. Wir waren bis Herbst 1998 als Diabolic Force aktiv. Aufgrund von internen Differenzen, beschlossen wir kurzfristig uns als Gruppe aufzulösen. Wir verfolgten einfach zunehmend unterschiedliche Ziele. Es war sehr tolle und lehrreiche Zeit, die ich nicht missen möchte.

 

Ausbildung

Nach meinem Schulabschluss absolvierte ich eine Ausbildung zum Kommunikations-Elektroniker, Fachrichtung Informationstechnik. Zu der Zeit gab es noch keinen Ausbildungsberuf Fachinformatiker oder ähnliches. Der Vorteil war hier jedoch, dass ich neben den ganzen Hardware- und Elektronik-Kenntnissen noch Assembler für Embedded-Programmierung aneignen konnte. Nachdem ich die Ausbildung 2000 beendete, arbeitete ich 1 Jahr in einem Ingenierubüro in Wuppertal und habe dort viel mit Visual Basic 6 programmiert. Zu der Zeit war damit Windows-Programmierung zumindest produktiv umsetzbar, GUI-Programmierung mit C++ und MFC war im Vergleich einfach zu umständlich. Da ich jedoch Software-Technik nicht einfach nur anwenden, sondern schon immer die Dinge dahinter verstehen wollte, studierte ich ab 2001 Informatik in Hagen und Iserlohn. Also immer noch nicht Schluss mit dem Provinz-Dasein...

Moments in House

Mitte der 90er Jahre entdeckte ich ebenfalls die Liebe zur elektronischer Musik. Vor allem House und Techno waren im Ruhrgebiet in den Clubs angesagt. Nachdem ich 3 Jahre das Ruhrgebiet und den Düsseldorfer Raum bald jedes Wochenende durchgehend "abgefeiert" hatte, war ich zunächst LJ im legendären Soundgarden Dortmund von 2000-2001 und schaffte mir das erste DJ-Equipment und Vinyl an.

Da Bafög für Studenten schon damals irgendwie nie reichte, habe ich ab 2001 dann mit dem Auflegen selbst angefangen. Trotz zwei Hochschulen in Iserlohn merkte man die Provinz hier deutlich, was das Feiern angeht.

Während einer meiner ersten Auftritte lernte ich einen meiner nunmehr besten Freunde Carlos kennen, der zu der Zeit schon quasi eine DJ-Legende in der Region war. Zusammen mit einem alten Schulkameraden und zwei Kollegen von der BiTS starteten dann Anfang 2004 Afterwörk als Party-Reihe im Schappo Iserlohn. Die Party sollte dann über knapp 3 Jahre hinweg DER Hotspot jeden Donnerstag bis weit in die nächsten Morgenstunden für die gesamte Region bis einschliesslich Dortmund werden.

Afterwörk Schappo Iserlohn Faces of House@Afterwörk

Studium

Von 2003-2005 beschäftigte ich mich auch intensiv mit den üblichen Verdächtigen der Webtechnologien, HTTP, HTML, CSS, PHP und mit Suchmaschinenoptimierung (SEO). Mein alter Bekannter Florian hat dazu kurze Zeit später eines der ersten lesenswerten Bücher zum Thema Suchmaschinenoptimierung und Marketing für den deutschsprachigen Raum veröffentlicht. Unsere Spielwiese war erst die Website zur Afterwörk Party, mit der wir auch überregional Aufmerksamkeit erzielt haben. Nebenher habe ich noch ein neues Onlineshop-System entwickelt (und immerhin einmal verkauft).

Weitere Schwerpunktthemen während des Studiums waren Software-Engeneering, Embedded-, 3D-Programmierung und Datenbanken. Abschluss in Informatik 2006 mit der Diplom-Arbeit Robot Virtual Factory - plattformunabhängiges Rahmenwerk zur Simulation automatisierter Fertigungsprozesse, ein unter Linux, Mac und Windows lauffähiges Exponat, basierend auf C++ und Qt mit einer OpenGL 3D-Engine und Kollisionserkennung, das in der Region einige Zeit auf Messen ausgestellt wurde.

Berufliches

Seit Herbst 2006 bin ich als angestellter Software-Ingenieur tätig, die ersten 7 Jahre im Bereich mobiler und stationärer Gasmesstechnik im Ruhrgebiet. Meine Heimat konnte ich also immer noch nicht verlassen. Mit meiner ersten Anstellung nach dem Studium kam zum Teil nochmal eine technologische Rückwärtswende auf mich zu. Neben C für Embedded-Softwareentwicklung, hatten mich Delphi 7 und Visual Basic 6 nochmal für etwas mehr als 2 Jahre eingeholt. Danach 5 Jahre Entwicklung von Software für stationäre und mobile Gasmesstechnik bei einem Wettbewerber. Dort geholfen, neben C-Programmierung modernes .NET und C# zu etablieren und konkurrenzfähige Produkte zu entwickeln.

Michael Horstmann2014 kam dann der Umzug ins schöne Ostwestfalen nach Detmold, also nochmal mehr Gegend.wink

Seitdem bin ich als Software-Ingenieur im Bereich der industriellen Automatisierungstechnik unterwegs und helfe meiner derzeitigen Firma im Bereich Entwicklung mit C#, .NET, App-Entwicklung und im Aufbau einer eigenen Sensor-to-Cloud Plattform, basierend auf Webtechnologien. Privat habe ich das Fahrradfahren nach jahrelanger Abstinenz für mich wiederentdeckt. Der Teutoburger Wald stellt einem ja einige schöne Strecken zum Fahren bereit.

Meine beruflichen Themen sind bis einschließlich 2017 sehr technologisch gewesen. Die ersten Jahre habe ich intensiv mit C, C++ und Delphi, auch in hardwarenaher Umbegung, verbracht, dann mit C# .NET, SQL, Scripting und hinterher auch mit mobile App-Entwicklung. Parallel dazu habe ich mich bei der Umsetzung der Projekte auch mit der Konstruktion dieser Software-Systeme (Software-Architektur) beschäftigt und diese in der Regel komplett eigenständig erstellt.

Seit Anfang 2018 kümmere ich mich hauptsächlich um die Themen Software-Architektur / API-Design und Cloud-Lösungen. Des Weiteren sind die "soften" Themen nicht zu vernachlässigen. Gerade in großen und/oder verteilten Organisationen ist ein regelmäßiger und intensiver Austausch zwischen allen Beteiligten an einem Projekt um so notwendiger denn je.

Soweit mein Werdegang in Kürze. Es ist alles im Fluss...

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