Österreich/Italien/Slowenien '26

Sowohl Ende März 2026 als auch nach der Streetparade Zürich Anfang August 2026 ging es Richtung östliche Seite der Alpen, genauer ins südlichste, sonnigste und wasserreichste  Bundesland Österreichs, nach Kärnten. Genauer war ich in der Gegend rund um Klagenfurt / Liebenfels sowohl im Apil als auch im August jeweils für 5 Tage unterwegs, habe dann von dort aus Kärnten und das Dreiländereck Italien/Österreich/Slowenien erkundet. Gerade beim ersten Besuch in der Gegend, empfehle ich jedem die Kärnten-Card zu kaufen. Diese bietet Besuchern, als natürlich auch Einheimischen sowohl im Sommer als auch im Winter die Möglichkeiten, die Ausflugsziele, wenn man diese entsprechend nutzt, günstiger zu bekommen.

Sollte man 6 oder mehr Ausflugsziele während seines Aufenthaltes nutzen, dann lohnt sich diese meiner Meinung auf jeden Fall. Im August ist das Wetter natürlich in der Regel immer gut, aber auch Anfang April kurz nach Ostern hatte ich für diese Jahreszeit viel Glück, denn das Wetter war stabil gut. 

Klagenfurt und Velden am Wörthersee

Obwohl am Fuße der karnischen Alpen und der Karawanken, herrscht im Sommer bis in den Herbst hinein mediterranes Flair am Wörthersee. Der See ist wunderschön, Temperaturen um die 30-33 Grad, ein tolles Natur-Strandbad direkt in Klagenfurt mit Strand, langen Stegen in den See und mit einer guten Wasserqualität, lassen la Dolce Vita aufkommen. Kein Wunder, denn Italien ist ja nicht weit weg. Auch die Innenstadt von Klagenfurt mit dem brühmten Lindwurmbrunnen und der kleinen, aber schönen Altstadt zeigt schon den mediterranen Einfluss. Das Bundesland Kärnten bietet viele Badeseen; neben dem Wörthersee sei hier an der Stelle noch der vom Wörthersee aus nur ca. 10km entfernte Ossiacher See erwähnt, der ebenfalls viele Freizeitaktivitäten zu bieten hat. Es lohnt sich ebenfalls eine Rundfahrt um den Wörthersee von Klagenfurt nach Velden entweder mit dem Rad oder mit dem Auto. Auch mit dem Rad hat man gute Möglichkeiten direkt am See entlang zu fahren. Die gesamte Rundfahrt ist ca. 50km lang und hat wenig Steigungen, da die Route direkt am See entlang führt. Das Wahrzeichen des Wörthersees, wenn man so will, ist der berühmte Aussichtsturm Pyramidenkogel, unweit von Klagenfurt. Hier hat man einen ganz tollen Ausblick über den gesamten Wörthersee und kann gleichzeit etwas Abstand vom Trubel am See genießen. Bei dem Pyramidenkogel handelt sich um den größten Holzturm der Welt mit einer Höhe von rund 100 Metern und bietet einzigartige Blicke über dieses Ferienparadies.

Villacher Hochalpenstraße und der Naturpark Dobratsch

Ca. 40km von Klagenfurt entfernt liegt Villach mit dem sich direkt anschließenden Naturpark Dobratsch mit dem gleichnamigen Berg Dobratsch. Villach liegt meiner Meinung nach optimal, einmal in der Nähe des Wörthersees und andererseits direkt am Fuße des Dobratschs Richtung Italien bzw. Slowenien. Das sieht man auch in der Stadt selbst, ebenfalls eine Kombination aus alpinen und mediterranem Flair. Direkt am Rand von Villach beginnt ebenfalls die kurvenreiche Villacher Hochalpenstraße. Wer mit dem Auto unterwegs ist, oder eine sehr gute Kondition als Radfahrer hat, sollte diese auf jedenfall hochfahren in Richtung Dreiländerblick im Naturpark Dobratsch, beziehungsweise dann weiter zu Fuß in zur Aussichtsplattform Jägersteig. Die Villacher Hochalpenstraße kostet in der Hauptsaison mit dem Wagen rund 26€, mit der Kärnten-Card ist sie einmal pro Tag inklusive und kostet dann nichts extra. Von dort oben hat man bei klarer Sicht einen tollen Ausblick auf den Ossiacher See und sogar auf den Wörthersee als auch auf die Karnischen Alpen (Italien und Slowenien). Als vor über 20 Jahren dieses Gebiet zum Naturschutzgebiet erklärt wurde, bietet es auch Wanderern viele Gute Möglichkeiten das Hochplateau zu erkunden.

Großglockner Hochalpenstraße

Ein Highlight in Kärnten und fürs Salzburger Land ist sicherlich die Großglockner Hochalpenstraße im Sommer, eine der schönsten Panoramastraßen Europas. Die Straße hat eine Länge von insgesamt 46,5km mit 36 Kehren und ist im Sommer vor allem auch bei Motorradfahrern beliebt. Ein Traum und Natur und Freiheitsgefühl. Wer einmal oben angekommen ist, kann Murmeltiere in freier Wildbahn beobachten, wie man sie sonst nur in Zoos sieht. Wenn auch nur am Rande Kärntens ist sie definitiv ein Highlight, das man sich als Auto- oder Motorradfahrer nicht entgehen lassen darf. Die Hochalpenstraße führt bis auf rund 2570 Höhenmeter am höchsten Punkt und, je nachdem wie rum man fährt, entweder weiter Richtung Zell am See ins Salzburger Land oder in Richtung Heiligenblut nach Kärnten. 

 

Nockalm Hochalpenstraße

Die Nockalm-Hochalpenstrasse ist eine der entspanntesten alpinen Straßen Österreichs. Sie ist insgesamt 34km lang und führt über den höchsten Punkt, der Eisentalhöhe auf rund 2050 Höhenmeter und anschließend, je nachdem aus welcher Richtung man fährt, nach Innerkrems bzw. nach Unter-Winkl. Die Straße selbst verläuft immer wieder mal hoch und runter und entspannt durch die Almen mit insgesamt 52 Kehren und bietet fantiastische Ausblicke auf die Nockberge. 

Dreiländereck Österreich, Slowenien, Italien

Am Wurzenpass und Bunkermuseum Richtung Slowenien

Von Villach aus gibt es ebenfalls die Möglichkeit, vom Frühling bis in den Herbst hinein den Wurzenpass in Richtung Slowenien zu fahren. Oben am Wurzenpass angekommen, existiert ein privat geführtes Bunker-/Panzermuseum, welches von einem ehemaligen Militär der österreichischen Armee betrieben wird. Man muss dieses Museum in dem Sinne nicht suchen, da man bei der Überfahrt Richtung slowenische Grrenze von einem ausgemusterten Panzer der österreichischen Nationalarmeee "begrüßt" wird. Das heutige Museum war bis zum Ende des kalten Krieges als Verteidigungsposten in Betrieb der Nationalarmee, für den Fall, das bei einer Eskalation mit dem Warschauer Pakt die Armeen des ehemaligen Ostblocks in Richtung Österreich / Italien einfallen. Das Besondere an diesem Musum ist, das man hier russische T34-Panzer in Beton unter der Erde eingemauert hat, und diese bis zum Panzerrohr eingemauert waren. Heute kann man als Besucher hier sogar mit einem alten österreichischem Panzer eine Probefahrt auf dem Museumsgelände machen. Jedem, der meint, in Deutschland müsse man wieder "kriegstüchtig" werden, sei einem ein solcher Besuch empfohlen und mit einer Gruppenprobefahrt mit einem solchen Panzer. Dort bekommt man einmal eindrucksvoll vorgeführt, was es eigentlich bedeutet, mit solchem Kriegsgerät, wenn auch heute veraltet, unterwegs zu sein. 

Bled und Bleder See / Slowenien

Der Bleder See mit seiner Maria Wallfahrtskirche ist DAS Postkartenmotiv Sloweniens und eine tolle Gegend, die von Kärnten aus gut mit dem Auto erreichbar ist. Es ist von Klagenfurt / villach durchaus als Tagestour zu bewerten, welche sich jedoch wirklich lohnt, z.B. zusammen mit den Laghi di Fusini. Rund um den Bleder See gibt es noch die Burg von Bled, welche ebenfalls sehr sehenswert ist und einen fantastischen Ausblick über den Bleder See und die Umgebung bietet. Ich war hier nur im Frühjahr unterwegs und mein Besuch beschränkte sich hier auf den See und die unmittelbare Umgebung. Im Sommer ist ein Aufenthalt im direkt anschließenden Triglav-Nationalparkm der praktisch direkt hinter der österreischen Grenze beginnt, ebenfalls sehr empfehlenswert. 

Laghi di Fusine, Tarvisio / Italien

Diese beiden alpinen Seen auf der italischen Seite der karnischen Alpen sind ein beliebtes Ziel von Wanderern und Ski-Fahrern, weil Tarvis (ital. Tarvisio) ein beliebtes Skigebiet ist und diese bieten, gerade am Frühlingsanfang einen tollen Aussblick auf die noch verschneiten Berggipfel, aber unten am See beginnt schon der Frühling und ein tolles Farbenspiel zwischen Weiß, smaragtblau und grün/braun beginnt. Tarvisio hat ebenfalls einen dort recht bekannten Wochenmarkt, typisch italienisch, wo man als Besucher relativ günstig auch alles Mögliche einkaufen kann, angefangen von den typischen Produkten, welche man auf einem Wochenmarkt kaufen kann, bis hin zu Schmuck, Kleidung und vieles mehr. 

Udine und Grado / Italien

Nachdem Besuch in Österreich ging es dann über die Alpen-/Adria-Autonbahn über Arnoldstein dann weiter in Richtung Udine. Udine liegt in der italienischen Provzinz Friaul-Julisch-Venetien. Die Gegend ist hier typisch geprägt von der venetianischen Baukunst und mit österreichischen und slowenischen Einflüssen. Udine selbst ist keine typische Stadt für Touristen, bietet jedoch das ein oder andere Fotospot-Highlight. Die Stadt selbst liegt nur etwa 45km entfernt von der Adria-Küste, bietet sich also gut an für Ausflüge mit dem Auto dorthin, genauer zum Beispiel nach Grado. Die Inselstadt Grado mit rund 7000 Einwohnern liegt inmitten der Lagunenlandschaft und ist, neben Triest, der Touristenmagnet der Region. Sie bietet eigentlich von Frühling bis in den Herbst hinein für Alle etwas, breite Badestrände mit sehr guter Wasserqualität, eine tolle Innenstadt und Wassersportler kommen natürlich ebenfalls auf ihre Kosten. Was viele Leute nicht wissen ist, das Grado bzw. die Einwohner sich selbst als die Mutter Venedigs bezeichnen, das unter italienischen Historikern übrigens Hand und Fuß hat, da der gradische Dialekt zum Venezianischen sehr ähnlich ist und Vendig eines der wenigen Städte ist, die in der Römerzeit noch nicht existierten. Man geht davon aus, das die Lagunenlandschaft, welche sich praktisch zwischen Triest und Venedig entlang der nördlichen Adriaküste zieht, von Grado / Triest aus zur Römerzeit angefangen wurde, besiedelt zu werden und diese sich dann südlich entlang der Lagunenlandschaft in Richtung der Stadt Venedig zog. Vendig wurde erst rund 800 Jahre später gegründet. 

Fazit

Kärnten und das Dreiländereck zwischen Österreich, Slowenien und Italien haben mich begeistert. Die Badeseen, die Bergpanoramen und die Hochalpenstraßen waren toll zu erleben. Für den ambitionierten Hobbyfotografen gibt es hier an jeder Ecke etwas zu entdecken. Das was ich immer besonders finde, ist abseits gesteckter Landesgranzen, wie sich die alpine und die mediterrane Kultur miteinander vermischen und ein tolles Lebensgefühl für mich als Tourist beeindruckt haben. Die Region ist zu jeder Jahreszeit eine Reise wert. Leider hat die Zeit dieses Mal nicht mehr gereicht, um auch die wunderschöne Hafenstadt Triest an der Adriaküste zu erkunden. Deshalb gibt es mindestens nochmal eine weitere Reise dorthin.